Bella Italia

Nachdem wir die zwei wirklich spektakulären Etappen in Holland gemeistert haben, ging es gestern unter ständig wechselnden Bedingungen mit dem Team-Zeitfahren in Italien weiter.

Die zwei Etappen in Holland haben uns Fahrern alles abverlangt, besonders denen,
die diese Art von Rennen mit viel Wind, schmalen Straßen & besonders
aggressiver Fahrweise nicht gewohnt sind.

Bei der ersten Sprintankunft habe ich Alessandro immer sehr gut auf Position
gehalten, doch er dachte leider, ich könnte dann auch noch den Sprint direkt anfahren, was
aber bei dem hohen Tempo und der vielen Arbeit, die ich schon im Wind verrichtet
hatte nicht mehr möglich war.
So hat Alessandro  - seinen eigenen Worten nach - einen Moment ‘geschlafen’ und
dadurch direkt vor der Kurve die alles entscheidende Position verloren.
Er war zwar zwar de facto der Schnellste, konnte aber von so weit hinten
nur noch auf Platz 5 sprinten.

Auf der dritten Etappe waren wir zusammen mit Alessandro in der ersten Gruppe.
Durch den Wind war das Feld ja in mehrere Gruppen zerschlagen.
Leider hat ein Reifenschaden Alessandro um alle Chancen gebracht.
Er meinte ich sollte allein mein Glück versuchen.
Trotz der vielen Stürze, die noch auf den letzten 15 km in unserer vorderen Gruppe passiert sind, habe ich dann versucht das Beste daraus zu machen.
In wirklich aussichtsreicher Position ist mir vor der Zielkurve ein Fahrer von
hinten so in den Lenker gefahren, daß ich fast zu Fall gekommen wäre.
Das hat mich außer Tritt gebracht und um die notwendige Position in der Zielkurve ebenfalls.

Ich konnte zwar noch aufholen, aber mehr als der vierte Platz ist mir nicht geblieben.

Das Team - Zeitfahren gestern war reinste Lotterie, denn die immer wieder einsetzenden Gewitter sorgten für schlechte Bedingungen.
Auch unser Team hatte mit ständig einsetzendem Regen und Sturmböen zu kämpfen.
Man muss aber auch ehrlich einschätzen, daß wir kein ausgesprochendes
Zeitfahrteam waren, dafür haben wir uns doch wacker geschlagen.

Heute auf der 5. Etappe wollten wir unbedingt den Sieg, haben den ganzen Tag hart gearbeitet, leider haben die anderen Sprinterteams zu spät erkannt, daß auch sie sich bemühen müssen, wenn es zu einem Sprint kommen soll.
Die Ausreißer schon vor Augen, mußten wir aber den Sieg abschreiben.
Glückwunsch den Ausreißern, sie wurden für ihren Mut belohnt.

Vielleicht ist ja morgen endlich unsere Etappe!?

Ciao Danilo

Giro d’Italia 2010

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