DANILO HONDO

geboren am 4. Januar 1974 in WPSt Guben

(in der damaligen DDR stand für WPSt – Wilhelm Pieck Stadt, benannt nach dem ersten Präsidenten der DDR),

Grösse: 186 cm Gewicht: 75 kg

Schon während der Grundschule hatte ich großes Interesse am Sport, frühzeitig kam die Entscheidung für Radsport etwa im Alter von 10 Jahren.

Beim Radsportverein Lokomotive Guben, beeindruckt durch die Friedensfahrt, jährlicher sportlicher Höhepunkt, wurden die ersten Touren unternommen, mehr oder weniger erfolgreich.

Ab September 1987 bekam ich eine Förderung mit der Nominierung zur Sportschule Cottbus, diese beinhaltete sportliche sowie schulische Entwicklung in der optimalen Kombination zusammengefasst in einem Sportinternat.

Neben der sportlichen Laufbahn war mit dem Abschluss des Abiturs, für die Zukunft alles offen, obwohl der Sport stets oberste Priorität hatte.

Ich wurde recht frühzeitig in den Bereich Bahnradsport gedrängt, was mir gute Grundvorrausetzungen brachte. Auch gab es erste internationale Erfolge bei Juniorenweltmeisterschaften, doch immer war klar, Straßenradsport ist das Ziel.

Mit dem Weltmeistertitel 1994 in Palermo in der Disziplin 4000m Mannschaft war ein erster Höhepunkt erreicht. Unterstützt wurde alles durch eine gesicherte Stelle in der Sportfördergruppe der Bundeswehr, in der ich direkt im Anschluss an das Abitur eine Grundausbildung absolvierte.

Nach dem Scheitern bei den Olympischen Spielen in Atlanta (ausgeschieden in der Qualifikation) war eine hundertprozentige Konzentration auf den Straßenradsport mit dem Ziel Profi zu werden beschlossene Sache.

1997 der Einstieg als Profi in der kleinen Mannschaft Agro Adler Brandenburg (entstanden aus der Amateur Bundesligamannschaft des RSC Cottbus).

Nach zwei Jahren Überbrückung (die sportliche und finanzielle Perspektive fehlte) kam der wichtige und notwendige Wechsel in ein Profiteam der Ersten Kategorie, dem Team Telekom (heute T-Mobile).

Beim Team Telekom hatte ich 5 Jahre lang die Gelegenheit mehr oder weniger mein Können unter beweis zu stellen. Anfänglich war es schwer einen geeigneten Platz in diesem doch sehr erfolgreichen und streng strukturierten Team zu finden. Später fand ich für mich nicht die sportliche Herausforderung und Perspektive, so dass ich diese mit meinem Wechsel 2004 zum Team Gerolsteiner suchte.

Für mich die beste Entscheidung, endlich mit dem Druck als Kapitän bei doch fast allen Rennen frei auffahren zu können, hatte ich die für mich bis dahin beste Saison, auch wenn ich sicher 2001, mit den Etappensiegen beim Giro Italia ein gutes Jahr hatte.

Endlich bin ich zu einem kompletten Rennfahrer gereift, der bei sehr vielen Rennen eine entscheidende Rolle spielen kann, nicht nur spezialisiert aufs Sprintankünfte, sondern auch bei schweren Eintagesrennen, oder Einzelzeitfahren vorne mitmischen kann.

Das zweite Jahr beim Team Gerolsteiner fing an wie das Jahr 2004 aufgehört hatte. Eine fast perfekte Vorbereitung Richtung Mailand-San Remo. Mit Platz 2 war das Ziel vom Sieg hinter einem extrem starken Pettachi nahezu erreicht. Auch mit dem dritten Platz beim Tirreno-Adriattico deutete alles auf ein super erfolgreiches Jahr.

Dann kam der wohl schlimmste Tag in meinem Leben. Am 31.März 2005 erhielt ich die Nachricht vom Positiven Doping-Befund bei der Vuelta a Murcia - UNGLAUBLICH

Seit diesem Tag hat sich mein gesamtes Leben und das meiner Familie von Grund auf verändert. Nichts ist so wie es war und wird auch nie mehr so werden.

Weder ich, noch das Team Gerolsteiner oder gar renommierte Wissenschaftler konnten sich (bis heute) nicht erklären, wie es zu diesem Befund kommen konnte. Alle Anstrengungen einen Hinweis zu finden schlugen fehl.

Dennoch haben mein Anwalt Michael Lehner und ich nicht aufgegeben zu forschen und zu analysieren. Selbst der anerkannte Mikrobiologe (und bekennender Antidopingkämpfer) Prof. Dr. Franke hat sich stets dafür eingesetzt mir beim Nachweis meiner Unschuld zu helfen.

Mit dem Urteil aus der ersten Instanz des schweizerischen Schiedsgerichtes in Bern hat das Gericht durch eine Verringerung der Strafe von zwei auf ein Jahr mögliche Zweifel deutlich gemacht, doch leider ist es in der Sportgerichtsbarkeit extrem schwer, ja fast unmöglich einen Entschuldungsbeweis zu erbringen!

Es wird sich zeigen wohin mein Weg gehen wird. Ich bin gewillt, trotz der Geschehnisse noch einige Jahre, als Radprofi unterwegs zu sein und zu zeigen, das ich in der Lage bin großartige Leistungen zu bringen, das alles ohne Doping wie bisher auch!